Tag 10: Brno – Sierndorf

⌴ 148.0km ⋅ ◿ 1015hm ⋅ ◺ 1015hm ⋅ ⤓ 181m ⋅ ⤒ 406m ⋅ ◷ 9:53:29 ⋅ Σ 703km

Der ers­te rich­tig heis­se Tag des Jah­res wird nur von weni­gen Men­schen zum Rad­fah­ren genutzt. Bei der Aus­fahrt aus Brno sind noch so eini­ge auf dem Renn­rad oder in der klas­si­schen Vater-Kind-Woom-Kom­bi­na­ti­on unter­wegs, aber dann wird es sehr ruhig als es lang­sam in die Hügel des Bobra­wa-Berg­lan­des geht. Von die­sen Hügeln haben wir bis­her nichts gewusst und auch sonst scheint nie­mand den Weg in die lich­ten Eichen- und Misch­wäl­der gefun­den zu haben, dabei kann ich mir durch­aus vor­stel­len, dass es dort recht nett wan­dern ist, wenn auch viel­leicht nicht bei die­sen Temperaturen.

Die Hit­ze bringt uns zur Mit­tags­pau­se zum „Alberg“ nach Moravs­ký Krum­l­ov, einer uralten klei­nen Stadt, die aber im Gegen­satz zu ihrer Böh­mi­schen Namens-Cou­si­ne von den Tou­ris­ten­mas­sen kom­plett links lie­gen gelas­sen wird. Ist halt kein UNESCO Welt­erbe und aus­ser­dem noch buch­stäb­lich am Vor­tag des Kriegs­en­des bei einem Bom­ben­an­griff schwer zer­stört wor­den. Zer­stö­run­gen hat die Stadt im Lau­fe der Geschich­te aller­dings vie­le erlebt, u.a. durch die Schwe­den im 30-jäh­ri­gen Krieg und immer wie­der durch Brän­de. Ob es da gehol­fen hat, dass man auf dem gegen­über­lie­gen­den Hügel eine weit­hin sicht­ba­re Wallf­arts­ka­pel­le des Hl. Flo­ri­an errich­tet hat, oder war die fast Stra­te­gie der Stadt Olmütz effek­ti­ver, näm­lich eine Feu­er­lösch-Ord­nung zu erlas­sen? Hüb­scher ist sicher der Hl. Flo­ri­an und sehens­wert ist auch das Klin­ker­pflas­ter den Hügel run­ter – sehens­wert ja, aber nicht unbe­dingt fah­rens­wert. Wir geste­hen, dass wir auf den men­schen­lee­ren, aber asphal­tier­ten Geh­steig aus­ge­wi­chen sind. 

Wir ver­las­sen Tsche­chi­en bei Unter­retz­bach auf Gra­vel und freu­en uns gleich nach der Gren­ze über per­fekt gepfleg­ten nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Feld­weg. Ab jetzt gibt es kein Kopf­stein­pflas­ter mehr, wenn man nicht in eine der Kel­ler­gas­sen abbiegt, von denen es zwi­schen Retz und Siern­dorf so eini­ge gibt. Ja, Siern­dorf ist heu­te unser Ziel und dank der aus­ge­zeich­ne­ten Beschil­de­rung der berühm­ten „Rad­rou­te Siern­dorf“ haben wir es auch sofort gefun­den. Nein, im Ernst: nach rund 150 km in der Hit­ze woll­te mein Kreis­lauf drin­gend in eine ÖBB 4020 umstei­gen und Siern­dorf war der nächst­ge­le­ge­ne Bahn­hof, von dem aus man mit der S3 nach Wien zuckeln kann und sich bei tief her­un­ter­ge­zo­ge­nen Schie­be­fens­tern all die Heu­hau­fen anschau­en, an denen der REX nor­ma­ler­wei­se nicht ste­hen bleibt.

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