Wien – Miku­l­ov – Břeclav

⌴ 138.4km ⋅ ◿ 1250hm ⋅ ◺ 1250hm ⋅ ⤓ 156m ⋅ ⤒ 367m ⋅ ☀︎ 25°C ⋅ ◷ 8:47:55

Nach Miku­l­ov wol­len wir schon lan­ge ein­mal fah­ren und uns die Stadt in Ruhe anschau­en. Das bedeu­tet, dass wir über Nacht blei­ben müss­ten, was heu­te nicht geplant war. So sind wir wie­der ein­mal nur dran vor­bei gefah­ren, hin­auf zwi­schen die Ber­ge mit den weis­sen Fels­wän­den, die wir sonst nur von unten sehen. Die Fels­wän­de sind auch von oben weiss, doch was man von unten nicht erkennt, sind die aus­ge­dehn­ten Wein­ber­ge. Die Gegend um Miku­l­ov ist ein aus­ge­spro­che­nes Wein­bau­ge­biet, gefühlt ist hier jedes drit­te Haus ein Wein­bau­be­trieb oder ein Heu­ri­ger oder auch eine Ver­mie­tung für Feri­en­woh­nun­gen, denn die Gegend ist ein belieb­tes Urlaubs­ziel in Tschechien.

Es geht also den Berg hin­auf, nicht auf den Gip­fel, aber mit aus­rei­chend Aus­sicht über den Tha­ya-Stau­se und auf eine aus­ge­spro­chen deko­ra­ti­ve Burg. Genau hier wird um 17 Uhr ein Pop-Up-Heu­ri­ger auf­ge­baut, ein paar Plas­tik­stüh­le und Son­nen­schir­me im Wein­berg. Als wir gegen 18 Uhr vor­bei­fah­ren sind die ers­ten Gäs­te schon wie­der im Auf­bre­chen. Es han­delt sich um eine Grup­pe von vier hei­te­ren und leicht ange­hei­ter­ten Damen unter­schied­li­chen Alters mit E‑Bikes. Eine davon biegt beim Anfah­ren gleich ins Gebüsch ab, unter gros­sem Geläch­ter der ande­ren. Sicher­heits­hal­ber las­sen wir die Damen­spit­ze auf der nun fol­gen­den Berg­ab-Pas­sa­ge lie­ber gleich hin­ter uns.

Damit, dass in Bře­clav heu­te Musik­fes­ti­val ist, haben wir auch nicht gerech­net. Das Gelän­de bei der Sport­hal­le ist weit­räu­mig abge­sperrt und als Publi­kums­be­reich oder Cam­ping­platz in Ver­wen­dung. Gut, dass wir noch etwas Zeit haben bis unser Zug fährt und die brau­chen wir auch, denn auch beim Bil­la in Bře­clav geht es heu­te fast zu wie in der Filia­le am Pra­ter­stern. Haupt­säch­lich ver­kauft wird: zim­mer­war­mes Dosen­bier. Es gäbe ja auch gekühl­tes Bier und auch Rad­ler, aber nur noch die alko­hol­frei­en Sor­ten, doch die kom­men bei den Fes­ti­val­be­su­chern nicht so gut an. Uns störts nicht, so blei­ben wel­che für uns für den Zug.

Man kommt mit der heu­ti­gen Tour auf rund 1200 Höhen­me­ter im hüge­li­gen Wein­vier­tel und man kommt auch an zwei der zahl­rei­chen jüdi­schen Fried­hö­fe der Gege­gend vor­bei. Der ers­te davon ist in Bad Pira­warth, eine Hand­voll Grä­ber in einer eige­nen Sek­ti­on an der Mau­er des Gemein­de­fried­hofs. Den zwei­ten in Mis­tel­bach wer­den wir irgend­wann näher besich­ti­gen. Er ist ver­sperrt, aber es gibt im Haus gegen­über einen Schlüs­sel, erklärt uns eine vor­bei­ra­deln­de E‑Bikerin. Und falls uns das inter­es­siert: Alle hei­li­gen Zei­ten kann man in Mis­tel­bach auch eine Aus­stel­lung zur Geschich­te der jüdi­schen Gemein­de der Stadt besich­ti­gen, am ehes­ten zur „Lan­gen Nacht der Muse­en“ im Herbst. Heu­te ver­su­chen wir es mal damit beim Haus gegen­über anzu­läu­ten, aber dort ist gera­de nie­mand zu Hau­se. Wir wer­den es ein­fach wie­der probieren.

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