Wien – Deutschkreutz

⌴ 129.2km ⋅ ◿ 472hm ⋅ ◺ 446hm ⋅ ⤓ 114m ⋅ ⤒ 217m ⋅ ◷ 6:44:33

Von Wien nach Bruck an der Lei­tha fah­ren wir ger­ne über Fisch­a­mend und Arbes­thal, weil das weni­ger lang­wei­lig ist als der Rad­weg ent­lang der B10. In Fisch­a­mend bie­gen wir beim Euro­s­par nach links ab und dann geht es ein Stü­ckerl berg­auf zu einem alten Was­ser­turm und knapp bevor es wie­der eben wird, fährt man an einem unschein­ba­ren Schild vor­bei, das ich wohl über­ste­hen hät­te, gin­ge es an die­ser Stel­le nicht berg­auf. So steil, dass man das Schild zur Gän­ze lesen könn­te, ist es dort jetzt auch wie­der nicht, also sind wir heu­te zu die­sem Zweck ste­hen geblie­ben. Das Schild ist eine Erläu­te­rung des Stras­sen­na­mens Kör­tingstras­se. Die­se ist benannt nach einem Luft­schiff, das über Fisch­a­mend im Juni 1914 abge­stürzt ist bzw. durch einen beson­ders „schnei­di­gen“ und leicht­sin­ni­gen Dop­pel­de­cker­pi­lo­ten vom Him­mel geholt wor­den ist. Neun Tote, die Besat­zung der Kör­ting und die des Dop­pel­de­ckers, waren ins­ge­samt zu bekla­gen und auch die Luft­schif­fahrt war ein Opfer die­ses Unglücks. Die Kör­ting war näm­lich das letz­te Luft­schiff der k.u.k. Trup­pen und eigent­lich nur noch zum Zweck der Land­ver­mes­sung im Einsatz. 

In den nächs­ten Jah­ren wid­me­te man sich der Erfor­schung des Baus von Hub­schrau­bern, doch schon kurz nach dem Ers­ten Welt­krieg ging die kur­ze Ära der Luft­fahrt in Fisch­a­mend zu Ende. Hier waren War­tungs­hal­len enor­men Aus­mas­ses (so ein Luft­schiff braucht rich­tig viel Platz), eine Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on, Kon­struk­ti­ons­bü­ros, Ver­suchs­an­stal­ten und Pro­duk­ti­ons­an­la­gen in der „Mili­tär-Aëro­nau­ti­schen Anstalt Fisch­a­mend“ mit meh­re­ren Tau­send Beschäf­tig­ten ver­sam­melt gewe­sen. Mit dem Ver­trag von Saint Ger­main wur­de dem öster­rei­chi­schen Mili­tär der Besitz von Flug­zeu­gen sowie von Anla­gen zur Pro­duk­ti­on von Luft­waf­fen ver­bo­ten. Die Anla­gen in Fisch­a­mend wur­den aus­ser Betrieb genom­men, teils nach­ge­nutzt, teils zer­tört. Heu­te fah­ren wir jedes Mal, wenn wir in Rich­tung Bruck an der Lei­tha wol­len, an den letz­ten Res­ten die­ser Anla­ge vor­bei: dem ehe­ma­li­gen Offi­ziers­ka­si­no, dem Was­ser­turm und einer leer ste­hen­den Hal­le am Orts­rand, bei der wir uns schon lan­ge fra­gen, was die denn mal gewe­sen ist. Jetzt wis­sen wir es.

Was war sonst noch? Wir haben jetzt end­lich unse­re „mid­life cri­sis“: Zu einem Zeit­punkt im Jahr, an dem ande­re Leu­te schon auf Zwift umstei­gen, haben wir ges­tern unse­re neu­en Renn­rä­der in Besitz genom­men und tes­ten sie jetzt übers Wochen­en­de inten­siv. Ges­tern ging es nur kurz nach Grei­fen­stein, aber nach­dem wir heu­te die 130 km nach Deutsch­kreutz ohne irgend­wel­che Pro­ble­me gefah­ren sind, wür­de ich sagen, dass das so passt mit Geo­me­trie und Schal­tung. Wenn man sich einen cus­tom Auf­bau leis­tet, braucht man jemand, der kom­pe­tent bera­ten und das dann auch umset­zen kann. Wir bedan­ken und dafür bei Tho­mas von fahrradwerk.at (und auf die­sem Wege: leg dir doch mal wie­der ein gül­ti­ges TLS-Zer­ti­fi­kat für die Home­page zu 😉).

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