Heute ist so ein Tag, an dem sich die Wettermodelle nicht einig sind. Das eine sagt, es wird im Nordosten des Weinviertels am ehesten trocken bleiben, das andere verortet genau dort Regen und schickt uns ins Burgenland. Einig sind sie sich darin, dass das Marchfeld erst gegen Abend drankommt, also nehmen wir uns die langweiligen 45 Kilometer bis Hainburg vor und entscheiden dort, wie es weitergeht. Auf dem Donauradweg ist an diesem Feiertag sichtlich ein „starker Reisetag“ und zwar einer mit vielen sehr ordentlichen Radfahrenden mit geregeltem Tagsablauf. Sind wohl alles Beamte, denn um 12 Uhr Mittag sitzen sie brav an den Tischen am Rand des Weges und essen, was ihre Tupperboxen hergeben.
Ein paar bleiben an der Schönauer Furt stehen und diejenigen, die die Gegend kennen, blicken erstaunt bis entsetzt auf das, was dort noch übrig ist. Wir sind ja schon viele, viele Male dieses Stück des Donauradweges gefahren und wir haben schon oft die wechselnden Wasserstände zur Kenntnis genommen, denn ein Auwald ist nunmal genau deshalb so ein spezieller Lebensraum. So wie heute hat es aber in all den Jahren noch nie ausgesehen, noch nicht einmal in den heissesten und trockensten Sommern. Man kann sich hier die Kombination von Klimawandel und politischer Untätigkeit live und in Farbe ansehen: Der Zufluss aus der Donau ist verlandet und wo sonst Wasservögel schwimmen und um diese Jahreszeit die Seerosen blühen, ist fast nur noch Matsch statt Wasser. Die Seerosen liegen im Trockenen, das Schwanennest ist leer, die Vögel aber sind nirgends zu sehen. Ich stelle mir vor, wie sie zu Fuss über den Matsch und die schon mit Landpflanzen überwachsenen Teile des Kühwörther Wassers gegangen sind um Wasser zu erreichen. Nicht nur die Landwirtschaft braucht ihn dringend, auch der Lobau wird der Regen der nächsten Tage gut tun, aber hier wie dort wird er nicht ausreichen.
A propos Regen: in Hainburg entscheiden wir uns für die südliche Variante und in Gols, nach einem weiteren Blick auf das Regenradar, für den nächsten Zug nach Wien, den wir allerdings verpassen. Also haben wir Zeit und fahren nach Parndorf, wo wir prompt vom nächsten Zug nur noch die roten Lichter sehen. Erst der dritte entkommt uns nicht und bringt uns nach Wien. Nass geworden sind wir dann erst auf der Fahrt vom Bahnhof nach Hause als es schon egal ist. Gut gemacht!
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