Wer E‑Bike-Fahrenden bei Pannen hilft, sollte unbedingt zwei Grundsätze beherzigen: Zum einen gilt auch bei diesen Maschinen, dass man sie zuerst komplett abdreht bevor man mit den Fingern in die Nähe des Antriebs kommt. Wenn man beim Herumschrauben die Pedale bewegt, fühlt sich sonst die elektrische Unterstützung bemüssigt ihren Job zu tun und das wird sehr unangenehm für die Finger. Fragt Ulrich, warum wir sowas wissen! Der zweite Grundsatz ist, dass man sich über die sich abspielenden Szenen einer Ehe nur wundert, aber nicht einmischt. Wer schon wieder das Werkzeug zu Hause vergessen hat, trotz Hinweis, und wer im Gegensatz dazu das verachtungswürdige Delikt des Schaltens im Stand begangen hat und dadurch das Herunterfallen der Kette provoziert hat – nicht unser Problem. Wir verleihen einen passenden Innensechskantschlüssel und was wir uns dabei denken, kann man uns hoffentlich nicht allzu sehr ansehen.
Heute ist wieder so ein Sommertag, wie er früher einmal war. Das Copyright für diesen Spruch gebührt natürlich Rudi Carrell, der übrigens nächste Woche seinen 20. Todestag feiern würde. Wenn er sowas denn feiern könnte und wollte. Er ist in diesem Juni sicher sehr oft zitiert worden, denn der war ganz sicher kein Juni, wie er früher einmal war mit einer Hitzewelle bis zu 40 Grad und einer Landschaft, die aussieht als hätten wir schon August. Die Hitze ist jetzt aber erstmal vorbei und wir nutzen das Wochenende und lassen uns über den Neusiedler See in Richtung Ungarn und dann nach Bük treiben. Die letzten ca. 50 Kilometer sind ungarische Landstrasse vom Feinsten: die meisten Löcher sind zwar gestopft, aber manchmal kommt man sich in den Spurrillen vor wie ein Schienenfahrzeug. Die neuen Rennräder sind genau für solche Bedingungen gemacht: Stahlrahmen, 32 mm Reifenbreite, 4 Bar Druck. Wer braucht da ein Gravelbike?
Über Bük gibt es wenig zu sagen. Es ist ein Kurort, in dem man noch zur kommunistischen Zeit eine Thermalquelle entdeckt hat. Seither ist der Ort ein Tourismusmagnet und verfügt daher auch über erstaunlich viele Restaurants. Dumm nur, dass Kürgäste und Thermenurlauber*innen im Normalfall keinen besonderen Hang zur Nachtgastronomie haben. Um 22 Uhr ist hier Schicht im Schacht und sogar die sonst so verlässlichen Trafiken sperren hier um 21 Uhr zu. Wir haben Glück und ergattern beim Kebab-Stand noch zwei Dosen Kirschbier für den lauen Abend am Pool.
Die Fotos















Schreibe einen Kommentar