
Die Katze reist, die Kette schnurrt

Litauen ist kein Land der Berge, wirklich nicht! Die höchste Erhebung ist gerade einmal 294 m hoch, da kann man gerade mal von Hügeln sprechen, aber dennoch sammeln wir heute auf knappen 90 km fast 700 Höhenmeter, denn es geht ständig rauf und runter, wenn auch nicht sehr steil. Steigungen und Gefälle werden fein säuberlich…

Es kommt nicht auf die Grösse an! Birštonas mit seinen gerade mal rund 3.000 Einwohner*innen überragt das mehr als 10 mal so grosse Marijampolė in puncto Urbanität um Längen. Ein klassisches Stadtzentrum, wie wir es sonst kennen, können wir zwar hier auch nicht ausmachen, aber es fühlt sich wesentlich belebter an, auch und vielleicht gerade…

Beim Verlassen der Stadt kommen wir an einem sowjetischen Soldatenfriedhof vorbei, den wir kurz besuchen. Er befindet sich auf einem Teil des ehemaligen Stalag I‑F, eines deutschen Kriegsgefangenenlagers von enormen Ausmassen, in dem über 100.000 Soldaten gefangen gehalten wurden, von denen nur knapp die Hälfte die Haftbedingungen überlebte. Baracken gab es hier nämlich ebensowenig wie…

Noch einmal geht es heute durch eine am Rand gelegene Gegend, man ist sich dieser Tatsache hier aber durchaus bewusst und kokettiert auch ein wenig damit. Wir sitzen hier in Suwałki z.B. gerade beim dritten geteilten Honig-Bier. Wir wollten Seiterln zum Testen, aber „Honig-Bier haben wir leider heute nicht vom Fass, aber ich kann euch…

Nach zwei Tagen Grossstadt gibt es heute das totale Kontrastprogramm. Zuerst eine Fahrt durch rund 100 km Gegend, teilweise so einsam, dass man sich schon fast freut, wenn wenigstens ein paar Rindviecher am Strassenrand den Radfahrenden nachschauen. Wir hätten die Tour sogar noch einsamer haben können, wenn wir teilweise durch den Wald gefahren wären, aber…

Im Jahr 1522 trafen in Tykocin ein paar Umzugswagen ein, die 10 jüdische Männer aus dem nahegelegenen Grodno (heute Belarus) mitsamt ihren Familien in die Stadt brachten. Jüdische Handwerker und Kaufleute wollten die Herren der Stadt gerne hier ansiedeln und so die Wirtschaft beleben, wie man es in der Region zu dieser Zeit gerne und…

Heute keine Radfahrt, dafür aber eine Fahrt mit dem Zug von Warschau nach Białystok, der erstaunlich gut gebucht ist. Nicht nur die Pol*innen nutzen das lange Wochenende, auch internationale Fahrradtourist*innen sitzen hier im Wagen. Wo die alle hin wollen? Wir fragen nicht und schlafen lieber eine Runde. Um 14 Uhr sind wir im Hotel in…

Mittagessen beim Billa in Angern, es gibt Käsesemmeln, Leberkäsesemmel für „eigentlich könnte man bei dem Wetter mal wieder“ Ulrich und wie immer ein paar Pfandgebinde. Wir sitzen auf der Blumenerde vor dem Geschäft als ein Mann mit einem Gefährt auf den Parkplatz kommt, das bald ein Kollateralschaden der ausgerechnet von Wien initierten StVO-Novelle werden könnte:…

Heute kein Text.

Man hat mich eindringlich vor der Wurst gewarnt. Sie enthalte Paprika, hat es geheißen. Dann wird die sicher gut ankommen bei unserer improvisierten Brettljause im Zug, denke ich, und wenn sie ein wenig scharf ist, ist das auch kein Fehler, aber um nachzufragen, reichen die kumulierten Fremdsprachenkenntnisse der Verkäuferin und von mir nicht aus. Ich…

„Und du wolltest ned amal zum unteren Wirtn gehen, weil’s dir z’weit war“, fasst eine Landsfrau am Nachbartisch den Unterschied zwischen dem Fitnesszustand ihres Herrn Gatten und dem unseren nach 130 km auf dem Rad zusammen. Wir befinden uns da in einem Gastgarten von etwas, das als Dorfbeisl, Trafik und Tankstellenshop ohne Tankstelle in einem…

Der erste richtig heisse Tag des Jahres wird nur von wenigen Menschen zum Radfahren genutzt. Bei der Ausfahrt aus Brno sind noch so einige auf dem Rennrad oder in der klassischen Vater-Kind-Woom-Kombination unterwegs, aber dann wird es sehr ruhig als es langsam in die Hügel des Bobrawa-Berglandes geht. Von diesen Hügeln haben wir bisher nichts…