Durch Tattendorf sind wir schon oft gefahren. Das ist der Ort mit dem ersten Selbstbedienungssupermarkt Österreichs in einem Container, neben dem sich dann auch noch eine Selbstbedienungsvinothek befindet. Einen Billa hat man auch, strategisch gut gelegen nach knapp 40 Kilometern und unweit des Bahnhofs, durch den wir tatsächlich noch nie mit dem Zug gefahren sind.
Dieser knapp 150 Jahre alte Bahnhof besteht aus dem Hauptgebäude mit einem Warteraum in ziemlich originalem Zustand, einem Wasserturm (ohne Wasser), einem Wasserkran (ebenfalls ohne Wasser, aber man fährt ja ohnehin nicht mehr mit Dampf) und einem komischen kleinen Gebäude mit zwei einander gegenüber liegenden Türöffnungen. Dem Dehio entnehme ich, dass es sich dabei um ein ehemaliges Toilettengebäude handeln muss, heute aber befinden sich die Toiletten im Hauptgebäude mit dem obligatorischen Schild „Schlüssel beim Fahrdienstleiter“. Gut, aber wo ist der wieder zu finden, hinter welcher der garnicht so wenigen Türen ohne Aufschrift? Nach eineinhalb Runden ums Gebäude klopfe ich einfach mal wo und finde tatsächlich einen Eisenbahner, aber ohne Schlüssel, denn den hat der Kollege mitgenommen, der selber mal musste. Nach zwei weiteren Runden ist auch der gefunden und ich bin im vorübergehenden Besitz des Schlüssels – knapp vor dem Drehwurm von zu viel im Kreis laufen. Bei der Schlüsselrückgabe gibts dann noch ein kurzes Fachsimpeln zum Thema Stellwerkstechnik. Das habe ich in der Aufzählung der Bahnhofsteile nämlich noch vergessen: man hat hier noch eines der letzten mechanischen Stellwerke des Landes und mit dem werden für jeden einfahrenden Zug noch Formsignale geschalten. So richtig mit grossen Hebeln!
Wir fahren weiter in Richtung Wulkaprodersdorf, wo eine Kollegin wohnt, die uns auf Kaffee, Eis und Kuchen eingeladen hat. Derzeit ist dort Baustelle, das untere Geschoss wird komplett umgebaut mit neuem Estrich, ein paar Wänden weniger, neuen Fenstern und einem direkten Zugang zum Garten. Wird sicher hübsch und ich kann mir auch den alten Küchenherd aus Omas Zeiten gut im Garten vorstellen. Ohne schweres Gerät kriegt man dieses Trumm sowieso von der Toreinfahrt, wo er jetzt steht, nicht mehr weg.
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