Wien – Laa an der Thaya

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Wer hat die Wie­ner Ring­stras­se erbaut, das Par­la­ment, die Oper, das Rat­haus, die Uni­ver­si­tät? Kai­ser Franz Joseph? Hein­rich von Fers­tel, Theo­phil Han­sen, Fried­rich von Schmidt und all die ande­ren gros­sen Archi­tek­ten? Rei­che Fami­li­en, die sich die Grund­stücks­prei­se leis­ten konn­ten? Nein, von all die­sen Herr­schaf­ten wird nie­mand nach der Grund­stein­le­gung einen Stein in der Hand gehabt haben. Tat­säch­lich gebaut haben die Pracht­stras­se heu­te unbe­kann­te Arbeiter:innen. Und womit haben sie gebaut? Mit Mil­lio­nen von Zie­geln, viel­fach gebrannt aus dem Lehm des Wein­vier­tels und mit der damals in der Gegend schon gut aus­ge­bau­ten Eisen­bahn nach Wien transportiert. 

Dut­zen­de Zie­ge­lei­en, die mit Hoffmann’schen Ring­ofen arbei­te­ten, soll es zur Grün­der­zeit im Wein­vier­tel gege­ben haben. Das Sys­tem funk­tio­niert mit Kam­mern, die im 24-Stun­den-Betrieb reih­um befeu­ert und mit Frisch­luft ver­sorgt wer­den. So kön­nen die Zie­gel all ihre Pro­duk­ti­ons­sta­di­en mit gleich­mäs­si­ger Hit­ze durch­le­ben ohne zu oft trans­por­tiert zu wer­den und aus­ser­dem kann man in der Fabrik die Abwär­me für Pro­duk­ti­ons­schrit­te ver­wen­den, die nicht die vol­le Hit­ze der Koh­le­feue­rung brau­chen. Lehm und Koh­le her­an­schaf­fen, fer­tig gebrann­te Zie­gel aus­lie­fern, je bes­ser die Eisen­bahn­an­bin­dung, des­to pro­fi­ta­bler konn­te man wirt­schaf­ten. Das hat man in Frät­tings­dorf eben­so erkannt wie in Neu­bau-Kreuz­stet­ten (bei­de Zie­ge­lei­en gehör­ten der sel­ben Firma).

Heu­te ist uns in Neu­bau-Kreuz­stet­ten der Ring­ofen zum ers­ten Mal auf­ge­fal­len. Wir sind zwar schon etli­che Male am Bahn­hof vor­bei­ge­fah­ren, haben aber nicht auf den hohen Schlot in Zie­gel­stein­wurf­wei­te und das nied­ri­ge Gebäu­de drum­her­um geach­tet. Tat­säch­lich han­delt es sich hier um eines der letz­ten Exem­pla­re eines Ring­ofens, schon seit Jahr­zehn­ten aus­ser Betrieb und ein wenig bau­fäl­lig. Aber immer­hin steht er noch und ist mitt­ler­wei­le auch denk­mal­ge­schützt. Somit dürf­te ihm das Schick­sal des Ring­ofens von Frät­tings­dorf erspart blei­ben. Der wur­de schon vor Jah­ren abge­tra­gen, was sich aber nicht in die Redak­ti­on des Dehio durch­ge­spro­chen haben dürfte.

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