Tag 2: Linz – Windischgarsten

⌴ 104.7km ⋅ ◿ 929hm ⋅ ◺ 608hm ⋅ ⤓ 256m ⋅ ⤒ 618m ⋅ ☀︎ 29°C ⋅ ◷ 7:00:49 ⋅ Σ 226km

In Win­disch­gars­ten gibt es kei­nen Sel­ec­ta-Auto­ma­ten am Bahn­hof, es gibt auch kein Bahn­hofs­re­stau­rant (wer erwar­tet heu­te sowas noch?) und auch auf dem Weg zum Bahn­hof sind um 18:15 an einem Sams­tag alle Essens­quel­len schon geschlos­sen. Irgend­wo gibt es sicher ein Wirts­haus, man ist schliess­lich Frem­den­ver­kehrs­ort, aber wir haben gera­de mal 22 Minu­ten Zeit, zu wenig um irgend­wo Ess- oder Trink­ba­res auf­zu­trei­ben. Also besich­ti­gen wir mit knur­ren­dem Magen einen Bahn­hof, der von der Bahn­hofs­of­fen­si­ve ver­ges­sen wor­den ist: alpi­ner Stil, his­to­ri­sches Stell­werk, jede Men­ge Pflat­sche und in einer Hälf­te des War­te­raums gibt es eine Ecke mit einer klei­nen Modell­ei­sen­bahn. Man betä­tigt einen Schal­ter und schon geht das Licht an und ein Güter­zug setzt sich in Bewe­gung. Als woll­te er nach unse­rem gas­tro­no­mi­schen Fehl­schlag im Ort noch Salz in die Wun­de streu­en, fährt jetzt alle paar Sekun­den ein Güter­wag­gon mit gros­sem Gös­ser-Auf­druck vor mei­ner Nase vorbei.

Wir hät­ten uns das Gös­ser heu­te schon ver­dient gehabt, nach gut 900 Höhen­me­tern auf dem Kremst­al­rad­weg. Wer ein wenig sport­lich ist, denen sei die­se Stre­cke wärms­tens ans Herz gelegt. Für die ers­te Hälf­te tut es durch­schnitt­li­che Kon­di­ti­on, nach Kirch­dorf geht es dann ein paar Mal ziem­lich steil rauf und run­ter, aber durch­aus mach­bar. Man kriegt dafür auch jede Men­ge Land­schaft gebo­ten, vom son­nen­ver­brann­ten Donau­tal bei Linz über die rei­fen Getrei­de­fel­der des Vor­al­pen­lan­des bis zu satt grü­nen Wie­sen, schat­ti­gen Misch­wäl­dern und gele­gent­li­chen Bli­cken auf die male­ri­sche Schlucht der Steyr. Die Far­be des Flus­ses wür­de man wohl als „sma­ragd­far­ben“ bezeich­nen. Ein Teil der Stre­cke geht sogar durch den Natio­nal­park Kalk­al­pen, Bli­cke auf die schrof­fen Gip­fel inklusive.

Zurück nach Linz geht es mit dem „Inter­Re­gio“, einem Bas­tard aus Inter­ci­ty und Regio­nal­zug, d.h. einem Desi­ro ML mit „Snack Zone“ und Reser­vie­rungs­pflicht für Fahr­rad­stell­plät­ze. Hier gibt es end­lich Sand­wi­ches und ein kal­tes Cola und einen Kaf­fee, den laut Spei­se­wa­gen-Kell­ner (ja, die Snack Zone hat Per­so­nal, um genau zu sein eine Per­son) schon län­ger nie­mand bestellt hat. War­um nicht? Schmeckt er etwa nicht? Nein, den Men­schen ist es ein­fach zu heiss für Kaf­fee. Zu heiss für Kaf­fee? Ich ver­ste­he die­ses Kon­zept ein­fach nicht. Aber ich muss geste­hen: ein Café frap­pé wäre mir auch lie­ber gewesen.

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    Linz – Windischgarsten

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