
Die Katze reist, die Kette schnurrt

Am heutigen starken Reiseabend sind im Fernverkehr von St. Pölten nach Wien Hbf. keine Fahrradplätze mehr zu kriegen. Der Regionalverkehr fährt zum Westbahnhof, die daran anschliessende Fahrt durch die überhitzte Stadt reizt uns aber nicht. Also hängen wir noch ein paar Kilometer dran und fahren auf der Schattenseite, die zwischen Melk und Krems um diese…

Bei Hitze empfehlen wir auf der Südseite der Donau nach Passau zu fahren. Es ist einfach so schön schattig entlang des Steilhangs. Sogar Farne und Moose haben sich hier im heißesten Sommer seit Beginn der Erinnerungen gehalten wie eiszeitliche Relikte. Wunderbar, so eine Tour im Süden! Wenn man aber doch eine Fähre ans Nordufer bei Schlögen…

Im direkten Vergleich zwischen Windischgarsten und St. Pölten hat die niederösterreichische Landeshauptstadt die Nase vorn: 9 direkte Zugsverbindungen nach Wien zwischen 20 und 21 Uhr, von denen 7 bei Verfügbarkeit auch kurzfristig Fahrräder mitnehmen: 1 Punkt für St. Pölten. Gut sortierte Balkanbäckerei mit Käsebörek gleich gegenüber dem Bahnhof: ebenfalls 1 Punkt. Lift und Rolltreppe zum…

In Windischgarsten gibt es keinen Selecta-Automaten am Bahnhof, es gibt auch kein Bahnhofsrestaurant (wer erwartet heute sowas noch?) und auch auf dem Weg zum Bahnhof sind um 18:15 an einem Samstag alle Essensquellen schon geschlossen. Irgendwo gibt es sicher ein Wirtshaus, man ist schliesslich Fremdenverkehrsort, aber wir haben gerade mal 22 Minuten Zeit, zu wenig…

Heute kein Text – die Fahrt nach Linz war zu ereignislos.

Wer Zeit hat, fährt heute mit Regionalzügen besser. Wer nicht rechtzeitig reserviert hat, auch. Die Railjets sind nämlich voll, die Westbahnen auch, denn irgendwie müssen die 800.000 Besucher*innen des Silvesterpfades ja nach Wien transportiert werden, sollten sie nicht schon in der Stadt sein. Wir werden dort nicht hingehen, wie wir schon die letzten 20 Jahre…

Im Winter bleibt man mit dem Rad besser in der Ebene. Im Sommer kommt man bergauf zwar mehr ins Schwitzen, dafür aber kühlt bei den Abfahrten angenehm der Fahrtwind. Das mit dem Wind funktioniert auch jetzt im Winter (der Physik ist das Wetter herzlich egal), sodass sich 60 Höhenmeter anfühlen wie eine Abfahrt in den…

In langen Reihen liegen die Totenschädel sauber übereinander gestapelt am Strassenrand, es müssen Tausende und Abertausende sein. Welche Völkerschaften haben einander hier im Mostviertel gegenseitig ausgerottet, fragen wir uns. Sekundenbruchteile später realisieren wir, dass der Nebel uns mit den Resten der heurigen Zuckerrübenernte genarrt hat. Im Nebel und mit dicken Ohrenklappen gegen die Kälte ist…

Nebel bei 5 Grad. Kalte Finger, eisige Füsse, laufende Nase. Vor Kirchdorf will eine Entscheidung getroffen werden: riskieren wir es in die Bezirkshauptstadt zu fahren, knapp den Zug zu verpassen und eine Stunde herumzusitzen oder drehen wir um und steigen in der Stinkekäse-Metropole Schlierbach in den Zug? Schlierbach it is.

Im November ein paar Sonnenstrahlen einzufangen bedarf eines Niveaus an Organisation, das das unsere übersteigt. Im nebligen Donautal ist die Sonne derzeit nämlich ein selten gesehener Gast, man müsste ins Mühlviertel hinauf fahren. Wenn man aus Gewohnheit in Richtung Westen aufbricht, heisst das: Fähre und die fahren im November nicht, haben wir heute gelernt. Also…

Und was war mei Leistung? Der heutige Text war mal eher keine.

Nach der gestrigen Tour schuldet uns das Mühlviertel ein paar Hundert Höhenmeter, die wir uns heute zurückholen werden. Davor aber heisst es ordentlich weiter investieren damit sich das auch so richtig auszahlt. Es geht also wieder hinauf in Richtung der tschechischen Grenze, diesmal allerdings ins untere Mühlviertel. Radroutentechnisch gibt es übrigens wenig Unterschied zwischen „oben“…