Zum Frühstück gab es einen halben Rhabarberkuchen und allen, die damit angeben, dass man von Kuchen doch nie genug kriegen könne, sei gesagt: von diesem hier schon. Ausser Rhabarber sind in diesem Rezept auch noch jede Menge geriebene Mandeln drin und nach der halben Kastenform ist man so satt, dass man ohne Auftanken problemlos bis Szombathely fahren kann. Das war dann der Irrtum Nummer 2 des Tages. Rhabarberkuchen macht nicht dauerhaft satt, auch nicht der mit Mandeln drin. Der dritte Irrtum war dann die Annahme, dass mein Telefonino sich in der Lenkertasche befindet. Die Überprüfung dieser Angabe erfolgt in Neufeld an der Leitha und führt zu einer Planänderung. Man kann gut und gern ein ganzes Wochenende ohne Telefon verbringen, das geht sogar sehr gut und man kann sich dann damit brüsten „digital detoxing“ gemacht zu haben, und man braucht auch nicht unbedingt eine Bankomatkarte. Zugegeben: in beiden Fällen hilft es, wenn man eh noch ein zweites Handy dabei hat und noch eine Karte auf der Garmin, aber das muss ja niemand wissen. Was man aber leider schon braucht ist ein Personalausweis. Weniger beim Grenzübertritt, wo man natürlich einen Pass oder Personalausweis mitführen müsste. In der Realität werden da Fahrräder konsequent ignoriert und in Köszeg gibt es beim für Fahrräder vorgesehenen Grenzübergang noch nicht einmal mehr eine Grenzstation. Wer es ohne Platten an den Halb-Ruinen vorbei schafft, ist eingereist. Aber beim Einchecken ins Quartier braucht man ihn dann leider doch.
Also fahren wir statt der geplanten Strecke nach Payerbach, teilweise auf geschotterten Feldwegen bis Wiener Neustadt. Ab da gehen wir auf Nahrungssuche und scheitern: in Wiener Neustadt ist die übliche Tankstelle eine Baustelle, in Pitten ist „Tout Pitten“ bei der Saisoneröffnung von Lucky’s Eissalon zugegen und die Schlange so lang wie die vor Ferhat’s Döner in Favoriten (und auch so circa so schnell). Bäckereien haben am Feiertag in der Gegend grundsätzlich geschlossen und Tankstellen gibts auch nicht. Erst in Neunkirchen werden wir fündig, wo ein türkischer Supermarkt geöffnet hat. Machen wir halt statt des Kurzurlaubs in Ungarn einen Kürzesturlaub in der Türkei mit Fladenbrot und Käse.
Der landschaftlich schönste Teil der Strecke beginnt eigentlich erst in Neunkirchen und in Richtung Payerbach wird es immer hübscher. So gesehen schade, wenn man dann in Gloggnitz in den Zug einsteigt, aber den früheren Zug zu erwischen und das so, dass sich auch noch ein Eis ausgeht, ist auch kein Fehler.
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