In langen Reihen liegen die Totenschädel sauber übereinander gestapelt am Strassenrand, es müssen Tausende und Abertausende sein. Welche Völkerschaften haben einander hier im Mostviertel gegenseitig ausgerottet, fragen wir uns. Sekundenbruchteile später realisieren wir, dass der Nebel uns mit den Resten der heurigen Zuckerrübenernte genarrt hat.
Im Nebel und mit dicken Ohrenklappen gegen die Kälte ist es totenstill, kein Vogel, keine Kirchenglocken, noch nicht einmal die Motoren der pflügenden Traktoren sind zu hören. Heute muss ein Geräusch schon sehr durchdringend sein um zu unseren Ohren durchzudringen. Waren das gerade Schüsse? Ja, tatsächlich, und gleich noch eine Salve. Ein Mord! Das muss ein Mord gewesen sein! Und wieder baut unsere Gehirne aus dem wenigen, was sie in Grau in Grau wahrnehmen können, sofort eine Geschichte. Das Opfer wird von Fischern aus dem Staubereich des Kraftwerks Wallsee gezogen, es handelt sich um eine Rennradfahrerin im schwarzen Rapha-Trikot. Oder war es vielleicht doch eine Rotte Wildschweine, denen die Schüsse gegolten haben?
Als uns dann auf der Strasse hinter Ardagger auch noch der Weihnachtsmann auf einem Quad entgegen kommt, wissen wir schon, dass wir unseren Sinnen heute nicht trauen dürfen. Obwohl: womit soll er auch sonst fahren, Schnee für den Rentier-bespannten Schlitten liegt ja noch nicht.
Und haben wir dann ganz oben auf dem Hügel vor Amstetten wirklich die Sonne gesehen, bleich hinter Nebelschwaden fast vesteckt? Zum Glück haben wir wenigstens dafür Beweisfotos.
Die Fotos














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