Svitavy liegt auf über 400 m Seehöhe, dann überqueren wir die Wasserscheide zwischen Donau und Elbe, und Pardubice liegt auf 237 m. Das fasst die heutige Tour eigentlich ganz gut zusammen. Zuerst fahren wir durch eine hügelige Landschaft im Stil des Mühl- oder Waldviertels mit Weiden, einem kleinen Fluss und viel Wald an den teilweise doch recht steilen Hängen. Wäre da nicht die Bahnstrecke Prag-Brünn-Wien, mit der wir uns das Flusstal teilen, man könnte tatsächlich glauben, dass man sich in den südlichen Ausläufern der Böhmischen Masse befindet, nicht in den nördlichen. Sehr angenehme Fahrt, denn es gibt immer wieder Schatten.
Die zweite Hälfte wird dann weniger gemütlich. Irgendwann geht es wieder runter und dann beginnen die Getreidefelder und Wiesen, aus denen die Feuchtigkeit aufsteigt, dass man glaubt es müsste jeden Moment ein Gewitter beginnen. Ein Blick auf den strahlend blauen Himmel lässt diese Hoffnung aber sofort wieder zerplatzen und es bleibt uns nur selber Wasser zuzuführen: literweise und von innen und von aussen. Bei einer der Tankpausen lernen wir dann noch einen tschechischen Verwandten des Waldviertler Mohnzuzlers kennen: deutlich grösser, rechteckig, gefüllt mit Mohn-Apfel-Füllung und noch lauwarm aus dem Ofen. Leider hat er sich uns nicht vorgestellt und bevor wir ihn nach seinem Namen fragen konnten, war er auch schon aufgegessen.
Der Zug nach Wien fährt von Pardubice, und wenn wir ehrlich sind, haben wir von der Stadt nicht mehr gesehen als ein Einkaufszentrum mit Supermarkt fürs Abendessen auf der Heimfahrt, ein paar schattenspendende Eiben im Schlosspark und den Bahnhof. Ist aber eigentlich schade, denn bei der Durchfahrt hat es so ausgesehen als gäbe es da doch noch etwas mehr zu sehen. Dann müssen wir halt irgendwann wiederkommen.
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