Tag 8: Tra­kai – Vilnius

⌴ 84.4km ⋅ ◿ 534hm ⋅ ◺ 552hm ⋅ ⤓ 71m ⋅ ⤒ 193m ⋅ ◷ 5:08:58 ⋅ Σ 626km

Von Tra­kai nach Vil­ni­us sind es auf dem kür­zes­ten Weg gera­de mal 30 km. Da wir aber erst um 15 Uhr in unser Quar­tier kön­nen (wich­tigs­tes Fea­ture: Wasch­ma­schi­ne!), müs­sen wir nach dem Früh­stück ein paar Stun­den ummi­biagn (für unse­re nicht-öster­rei­chi­schen Leser*innen: Zeit tot­schla­gen). Und wie geht das bes­ser als auf dem Fahr­rad? In einer wei­ten Schlei­fe geht es durchs Hügel­land und vor­bei an dem einen oder ande­ren hüb­schen See. Hier ist im Ver­gleich zu den letz­ten Tagen schon mehr Ver­kehr, näm­lich ganz typi­scher Stadt-Umland-Wochen­end-Ver­kehr: aus der Stadt zum Ein­kaufs­zen­trum, aus der Stadt zum Wochen­end­haus, von Irgend­wo zum Alt­stoff­sam­mel­zen­trum mit Bau­schutt und einem pin­ken Kin­der­fahr­rad im Anhän­ger. Hof­fent­lich gibt es auch hier soet­was wie den 48er Tand­ler, wo sich jemand des Kin­der­fahr­ra­des annimmt und es wie­der fahr­taug­lich macht. Die Gegend hier braucht näm­lich drin­gend Fahrradnachwuchs!

Nach­dem wir in den letz­ten Tagen kaum einen Men­schen auf dem Fahr­rad und davon gan­ze zwei auf dem Renn­rad gese­hen haben, sieht das im Umkreis von Vil­ni­us plötz­lich völ­lig anders aus. Je näher wir der Stadt kom­men, des­to mehr kom­men uns auf schma­len Rei­fen und mit stil­si­cher gewähl­ter Tri­kot-Socken-Kom­bi­na­ti­on ent­ge­gen. Eini­ge davon auch in kurz-kurz, wäh­rend wir heu­te Bein­lin­ge und Wind­ja­cken aus­ge­packt haben und bei 15 Grad den­noch beim Mit­tag­essen frie­ren. In den letz­ten Tagen ist es spür­bar küh­ler gewor­den und ab mor­gen soll es auch noch zu reg­nen begin­nen. Für uns ist das nichts, also flüch­ten wir in die Haupt­stadt, wo man aus­ser rad­fah­ren auch noch etwas ande­res tun kann. Man kann aber auch rad­fah­ren und hier tun das auch so eini­ge am Rad­weg ent­lang der Neris, aber auch in der kopf­stein­ge­pflas­ter­ten Innen­stadt. Sogar die in Wien so belieb­ten Essens­zu­stel­ler mit ihren Fat­bikes gibt es hier, und die beneh­men sich genau­so wie ihre Wie­ner Kollegen.

Von Vil­ni­us haben wir heu­te noch nicht so viel gese­hen, denn mehr als ein Spa­zier­gang ist sich zwi­schen zwei Wasch­ma­schi­nen­la­dun­gen nicht aus­ge­gan­gen. Im Ver­gleich zu den über­gros­sen Dör­fern der letz­ten Tage ist Vil­ni­us end­lich ein­mal eine rich­ti­ge Stadt und das schon lan­ge. Es war Haupt­stadt des litaui­schen Gross­fürs­ten­tums, wor­auf man hier nicht müde wird hin­zu­wei­sen mit Denk­mä­lern und sogar mit dem Wie­der­auf­bau des Palas­tes. Aus­ser­dem beher­berg­te es Jahr­hun­der­te­lang eine sehr diver­se Bevöl­ke­rung, war Zen­trum des ost­eu­ro­päi­schen Juden­tums eben­so wie der pol­ni­schen und der bela­rus­si­schen Kul­tur – und das gleich­zei­tig. Heu­te ist die his­to­ri­sche Innen­stadt mit ihren zahl­rei­chen baro­cken Bau­ten vor­bild­lich reno­viert und weit­ge­hend ver­kehrs­be­ru­higt. Man kann sich beim Spa­zie­ren­ge­hen dar­in aber leicht ver­lie­ren, denn einer­seits hat die Stadt ihren mit­tel­al­ter­li­chen Grund­riss weit­ge­hend behal­ten und ande­rer­seits ist sie grös­ser als die Wie­ner Innen­stadt. Von unse­rem Quar­tier im Süden zur Burg ist es schon ein „Hat­scher“.

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    Tra­kai – Vilnius

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2 Kommentare zu „Tag 8: Tra­kai – Vilnius“

  1. Thomas

    Ich war erst vor einer Woche in Vil­ni­us und emp­feh­le sehr das tech­no­lo­gy and ener­gy muse­um. Dort gibt es wirk­lich alte maschi­nen und einen Simu­la­tor für ein Kraft­werk vor 100 Jah­ren. Das gan­ze mit ech­ten Knöp­fen und Schal­tern von damals.

    1. Vie­len Dank! Das war bei uns auf der short list, hat aber gegen das Eisen­bahn­mu­se­um ver­lo­ren. Und mor­gen ist ja lei­der Mon­tag und vie­les geschlossen 🙁

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