Wien – Petro­nell-Car­nun­tum – Wien

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Im All­ge­mei­nen gilt die „Kro­ne“ ja nicht gera­de als das Haus­blatt des öster­rei­chi­schen öko­lo­gi­schen Gewis­sens, aber für nied­li­che Vie­cherln hat man schon seit den Zei­ten der Tier-Ecke und des „Wer-will-mich“ eini­ges übrig. Und so ist es dem Blatt tat­säch­lich einen Arti­kel in der Online-Aus­ga­be wert, dass der WWF (dem Tie­re tat­säch­lich ein Anlie­gen sind) davor warnt, dass meh­re­re Arten in der Lobau aus­ster­ben könn­ten. Dazu gehö­ren Fluss­mu­scheln, der Donau-Kamm­molch, dem die Recht­schreib­re­form einen wei­te­ren Kamm in Gestalt von gleich drei „m“ im Namen ver­passt hat, diver­se Fisch­ar­ten und eben die foto­ge­ne Sym­pa­thie­trä­ge­rin, die Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­te (https://www.wwf.at/wwf-warnt-vor-artenverlust-in-der-unteren-lobau/). Bis auf eine Schild­krö­te und ein paar Muscheln haben wir von den gefähr­de­ten Arten auf dem Fahr­rad noch kei­ne gese­hen, aber das müs­sen wir ja auch nicht, die inter­es­sie­ren sich ja auch nicht für uns und uns reicht es zu wis­sen, dass wir gleich­sam vor der Haus­tür einen ein­zig­ar­ti­gen Natio­nal­park haben, den man bes­ser in Ruhe lässt.

Die Lobau, die Teil die­ses Natio­nal­parks ist, war die­sen Som­mer mehr­fach wegen eines Bran­des (obe­re Lobau) und ihres dra­ma­ti­schen Zustands (unte­re Lobau) in den Medi­en, sogar ein „Vom Leben der Natur“ hat der Sen­der Ö1 ihr gewid­met (nur noch weni­ge Tage im Archiv unter https://oe1.orf.at/vomlebendernatur zu hören, also heisst es schnell sein). Aber auch ohne die media­le Bericht­erstat­tung fällt uns, die wir doch recht regel­mäs­sig am Donau­damm ent­lang unter­wegs sind, auf: das Was­ser wird immer weni­ger, vor allem bei Schön­au wer­den die Tro­cken­zei­ten län­ger und heu­er ist es so weit, dass sich auf dem Grund des der­zeit vom Haupt­strom getrenn­ten Alt­arms schon diver­se Vege­ta­ti­on ange­sie­delt hat. Nur bei hohem Was­ser­stand kommt hier Was­ser durch, das dann die gan­ze unte­re Lobau speist und hohen Was­ser­stand kennt man in die­sem Som­mer in Mit­tel­eu­ro­pa nur noch aus Erzählungen. 

Wir woll­ten uns den Stand heu­te, nach unse­rem Urlaub, mal wie­der anse­hen, auch weil das Wet­ter nicht beson­ders ver­heis­sungs­voll aus­ge­se­hen hat für eine Rad­tour. Ja, wir haben es gese­hen und ja, wir sind dabei nass gewor­den, aber nein, das reicht noch lan­ge nicht um dem ver­trock­nen­den Auwald wie­der aus­rei­chend Was­ser zu geben. Dazu bräuch­te es mehr: kurz­fris­tig viel mehr Regen, vor allem aber den poli­ti­schen Wil­len das Pro­blem mit der Trink­was­ser­auf­be­rei­tung und der Dota­ti­on der Lobau zu lösen.

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