Dort oben am Hochgebirge, in Raach, auf fast 800 Metern über der Adria, gibt es etwas, das wir unten im Tal schon länger nicht mehr gesehen haben: die Farbe Grün. Das ist ja eine Farbe, die nicht jede tragen kann, aber der Landschaft des Feistritztals (nicht in Kärnten!) steht sie ausserordentlich gut. Sogar der Mais, an dem wir auf dem Weg nach oben vorbeifahren, ist mannshoch, wie es sich gehört und nicht so verkümmert wie unten. Dort gibt es das eine oder andere Feld, auf dem man höchstens für Volksschulkinder ein Maislabyrinth errichten könnte. OK, stellt sich die Frage, für wen das sonst gedacht ist, aber eines ist fix: wenn man oben drüber schauen kann, macht es nur den halben Spass.
In Raach am Hochgebirge, genauer gesagt in Schlagl, gab es früher mal ein auf Bogensport spezialisiertes Hotel, das seit Jahren geschlosssen hat. Hat sich wie so oft niemand gefunden, der es übernehmen wollte, oder hat man sich etwa finanziell übernommen? Ich war da vor vielen Jahren mal bei einem Kurs und habe es in guter Errinnerung. Zwar schon recht abgerockt, aber wenn man ein paar Tage Bogenschiessen geht, verbringt man den Tag ohnehin mehr im Wald beim Pfeilesuchen als auf dem Zimmer. Die Speisekarte war inhaltlich weitgehend ident mit Paragraph 3, Absatz 1 des niederösterreichischen Jagdgesetzes.
Kaum am ehemaligen Hotel vorbei, geht es auch schon runter. Und wie! Ich bin ja froh, dass wir nicht andersrum gefahren sind, von Gloggnitz rauf nach Schlagl ist es um einiges steiler als vom Feistritztal. Man kommt da auch gleich auf recht anständige Geschwindigkeiten. Dazu eine kleine Frage an die p.t. Autofahrenden unter unseren Leser*innen: wenn auf einer kurvigen Bergstrasse vor euch 2 Rennradfahrende talwärts unterwegs sind, wie überholt ihr die? Die Antwort, die ein Geländewagen-Fahrer mit Wolfsbild auf dem Reserverad heute gegeben hat, ist jedenfalls falsch und hat uns dazu genötigt eine ordentliche Bremsung hinzulegen. Wir wünschen dem Wolfsfan einen juckenden Ausschlag an einer Stelle, an der es unschicklich ist sich zu kratzen.
Zurück geht es mit dem CJX 9, der jetzt mit Doppelstock-Garnituren aus dem Hause Stadler unterwegs ist. Der alkoholfreie Radler aus dem Automaten am Bahnhof hat es allerdings nicht bis in den Zug geschafft, der ist schon vorher irgendwie verdampft.
Die Fotos















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