Tag 7: Esbjerg & Lübeck

⌴ 2.4km ⋅ ◿ 3hm ⋅ ◺ 13hm ⋅ ⤓ 0m ⋅ ⤒ 21m ⋅ ☀︎ 21°C ⋅ ◷ 0:13:33 ⋅ Σ 473km

„Der Zug war pünkt­lich“ ist ein Werk der phan­tas­ti­schen Lite­ra­tur. Das bemer­ken wir sofort nach­dem wir das Gebiet der Deut­schen Bahn betre­ten, weni­ge Kilo­me­ter hin­ter der Gren­ze, in Nie­büll gibt es gleich die ers­te Ver­spä­tung des Anschluss­zu­ges. Dafür gibt es dann aber auch etwas zu sehen: den Auto­rei­se­zug nach Sylt, auf dem es schein­bar Pflicht ist genau 2 Fahr­rä­der auf Fahr­rad­trä­gern mit­zu­füh­ren. Aus­ser­dem alte DB-Die­sel­loks in Pär­chen, die mich ein wenig an VW-Bus­se aus den 70ern erin­nern, so rund und knuf­fig. Das gan­ze vor einem Bahn­hofs­ge­bäu­de in Back­stein wie aus dem Märk­lin-Kata­log. Wir hät­ten auch ger­ne weni­ger lang geschaut und dafür den Anschluss in Husum erwischt, aber wenn schon mal ein Zug pünkt­lich weg­kommt, dann fährt der auch und in die­sem Fall ohne uns. Also schau­en wir wie­der den ande­ren Zügen zu, besor­gen Mit­tag­essen im Zeit­schrif­ten-Bröt­chen-Tabak-Kaf­fee-Kiosk und wer­den dar­an erin­nert, dass hier ja Theo­dor Storm gebo­ren wur­de. Nicht, dass ich mit die­sem Wis­sen viel anfan­gen könn­te, daher tei­le ich es ger­ne mit euch.

Die Züge sind heu­te gut gebucht, ab Rends­burg gibt es für die neu zuge­stie­ge­nen Pendler*innen nur noch Steh­plät­ze, und in Kiel fährt der nächs­te Zug auch ohne uns ab. OK, wir hät­ten ohne­hin nicht mehr hin­ein­ge­passt, der war näm­lich so voll, dass die Türen nur noch zuge­hen, wenn alle kurz mal aus­at­men. Pend­ler­zeit und aus­ge­fal­le­ner Vor­gän­ger­zug ist kei­ne gute Kom­bi. Der nächs­te ist unse­rer, und als nach einer gefühl­ten Ewig­keit alle Kof­fer aus­ge­stie­gen sind (haben die­se Nah­ver­kehrs­zü­ge irgend­wo noch ein zwei­tes Geschoss oder eine wei­te­re Dimen­si­on oder wo pas­sen all die Roll­kof­fer rein?), sind wir schon fast in Lübeck.

Wir woh­nen hier in der Stadt in einem Quar­tier mit Wasch­ma­schi­ne, was nach einer Woche Rei­se wie­der ein­mal not­wen­dig ist. Aus­ser­dem hat es stei­le Trep­pen und liegt in einer engen Gas­se, in der man sieht, wie schön man woh­nen könn­te, gäbe es nicht die­sen Zwang über­all das Auto gleich vor der Haus­tür abstel­len zu wol­len. Hier gibt es wild wuchern­des Grün­zeug und gut genähr­te Frei­gän­ger­kat­zen, Rosen­stö­cke an den Mau­ern und sogar ein paar Kin­der mit Woom-Rädern, deren Eltern kei­ne Angst haben müs­sen, dass das Kind gleich unter einem Auto landet.

Wir ver­las­sen unse­re Idyl­le in der gros­sen Stadt und wan­dern durch das Stadt­zen­trum auf der Insel. Alles haben wir nicht gese­hen und wer­den wir auch nicht sehen, denn dazu ist die Alt­stadt zu gross und wir sind ja nicht nur hier um alten Klin­ker zu bestau­nen. Davon gibt es aller­dings eine gan­ze Men­ge: Back­stein­go­tik in Form der Mari­en­kir­che und des Doms (und von ein paar ande­ren) und noch so eini­ges mehr. Ein paar der Sachen gibt es mor­gen auch in der hie­si­gen Muse­ums­nacht zu sehen. Sich da ein Ticket zu kau­fen ist für uns fast ein No-Brai­ner, denn da haben die Muse­en end­lich mal offen, wenn wir auch Zeit hät­ten sie zu besuchen.

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    Esbjerg – Esbjerg
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Ein Kommentar zu „Tag 7: Esbjerg & Lübeck“

  1. Ardjan

    Hihi, der Brü­cke bei Rends­burg sind wir heu­te auch gefah­ren: von Billund/Legoland mit dem Bus und ins­ge­samt 7 Züge zu mei­ne Eltern in Holland.
    Der Brü­cke ist lei­wand, bei uns ist gera­de ein Con­tai­ner­schiff drun­ter gefahren…

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