Tag 5: Haders­lev – Esbjerg

⌴ 88.4km ⋅ ◿ 423hm ⋅ ◺ 419hm ⋅ ⤓ 2m ⋅ ⤒ 90m ⋅ ☀︎ 25°C ⋅ ◷ 5:38:07 ⋅ Σ 379km

Von Haders­lev geht es heu­te nach Wes­ten, wir über­que­ren die Halb­in­sel Jüt­land. Das tun wir haupt­säch­lich aus meteo­ro­lo­gi­schen Grün­den: einer­seits haben wir so end­lich ein­mal Rücken­wind und ande­rer­seits kommt in der Nacht auf Frei­tag eine Schlecht­wet­ter­front und da wol­len wir in der Nähe einer Eisen­bahn nach Ham­burg sein. Bevor es aber nach Wes­ten geht, kom­men noch ein­mal ein paar Kilo­me­ter nach Nor­den, nach Chris­ti­ans­feld. Das ist eine klei­ne Stadt, die für zwei Din­ge bekannt ist, für Honig­ku­chen und dafür, dass sie eine Grün­dung der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mein­de und somit im enge­ren Sinn eine Plan­stadt ist. Gera­der Stadt­grund­riss, Häu­ser im ein­heit­li­chen hel­len Mate­ri­al errich­tet, und eine etwas spe­zi­el­le Kir­che: man merkt der Stadt den pie­tis­ti­schen Back­ground an, hier lenkt nichts vom Glau­ben ab. Ein ganz beson­de­rer Ort ist die Kir­che, deren Schiff nicht wie sonst längs, son­dern quer ori­en­tiert ist, d.h. weni­ge, dafür sehr lan­ge Rei­hen von weis­sen Kir­chen­bän­ken sind in Rich­tung des Pas­tors ori­en­tiert. Auch der Rest des Rau­mes ist in Weiss und allen­falls in Hell­grau gehal­ten, der Boden besteht aus mit Sand bestreu­ten Holz­die­len, an den Kir­chen­fens­tern hän­gen Vor­hän­ge. Wäre es kei­ne Kir­che, ich wäre geneigt von skan­di­na­vi­schem Land­haus­stil zu spre­chen. Wer mag, kann die Geschich­te der Herrn­hu­ter Gemein­de nach­schla­gen, es fin­den sich dar­in star­ke Ver­bin­dun­gen zu unse­rem sons­ti­gen Revier: die Vor­gän­ger der Herrn­hu­ter waren die Hus­si­ten bzw. die Böh­mi­schen Brü­der, ein im Zuge der Gegen­re­for­ma­ti­on und des 30-jähir­gen Krie­ges immer wie­der ver­folg­ter und ver­trie­be­ner Zwei­ge des Pro­tes­tan­tis­mus. Heu­te leben die Gemein­den auf allen Kon­ti­nen­ten, dar­un­ter eben auch in der im 18. Jahr­hun­dert mit Dul­dung des Königs gegrün­de­ten Gemein­de im ehe­ma­li­gen Her­zog­tum Schleswig.

Schles­wig gehör­te bis 1864 zu Däne­mark, war aber nicht Teil des däni­schen Gesamt­staa­tes und min­des­tens zwei­spra­chig dänisch und deutsch. Nach dem deutsch-däni­schen Krieg von 1864 und vor allem nach 1866 gehör­te ein gutes Stück von Schles­wig zu Preus­sen. Das ver­klei­ner­te Däne­mark hat­te jetzt kei­nen Nord­see­ha­fen mehr und ent­schloss sich im heu­ti­gen Esbjerg einen zu grün­den. Hafen und Eisen­bahn waren nach ein paar Jah­ren vor­han­den, doch an eine rich­ti­ge Stadt hat man eigent­lich nicht gedacht. Die aber bil­de­te sich recht schnell, schliess­lich gab es hier Arbeit und gute Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen. So gese­hen ist Esbjerg das glat­te Gegen­teil einer Plan­stadt, sieht aber eigent­lich nicht so aus mit sei­nem Schach­brett­grund­riss und den roten Klin­ker­bau­ten im Stadt­zen­trum. Alles sehr hübsch, sehr gepflegt, die FuZo ist mit Spie­len und Stadt­mö­beln aller Arten auf­ge­ma­scherlt (Sand­kas­ten! Tisch­ten­nis­tisch! Mini­golf!) und – men­schen­leer. Es gibt ja auch hier ab 17:30 nichts zu kau­fen, also gibt es auch kei­nen Grund dort auf und ab zu fla­nie­ren. Aber immer­hin gibt es jede Men­ge Cafés und ein paar Restau­rants und sogar wel­che mit Gast­gar­ten. In einem sol­chen sit­zen wir gera­de. Mit Heizschwammerl!

Die Fotos

Die Stre­cke

Track Down­loads
    Haders­lev Kom­mu­ne – Esbjerg Kommune

Fediverse reactions


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert