Tag 4: Flens­burg – Haderslev

⌴ 84.1km ⋅ ◿ 697hm ⋅ ◺ 696hm ⋅ ⤓ -1m ⋅ ⤒ 72m ⋅ ☀︎ 26°C ⋅ ◷ 5:30:06 ⋅ Σ 291km

Die Ost­see muss man hier erst­mal fin­den. Sonst ist das mit einem Meer ja nicht so schwie­rig, man kann es rie­chen (Salz, Tang, Jod) und hören (Möwen), doch die Ost­see ist da recht zurück­hal­tend. Und wenn man sie dann mal erblickt, sieht sie nicht aus wie ein Meer, son­dern erin­nert mich irgend­wie an den Bala­ton: Was­ser­flä­che mit Hügeln im Hin­ter­grund, hin und wie­der mal ein Segel­schiff. Das bala­to­nes­ke liegt dar­an, dass wir uns hier hin­ter diver­sen Inseln, Halb­in­seln und För­den befin­den und eigent­lich nie den Blick auf das freie Was­ser haben. Aber immer­hin: Sand­strand hat man hier, aber ohne die kli­s­ché­e­mäs­si­gen Strand­kör­be, die wir mit den nörd­li­chen Mee­ren verbinden. 

Hier, das ist im Süden Däne­marks. Wir haben heu­te unbe­merkt die Gren­ze über­quert, unbe­merkt im Sin­ne von: sie ist uns nicht auf­ge­fal­len und wie es sicht gehört gab es weder Kon­trol­len noch eine Grenz­sta­ti­on. Irgend­wann waren ein­fach die Rad­rou­ten­schil­der blau und die Rad­we­ge luxu­ri­ös. Bei­des hat sich seit­her auch nicht geän­dert. Wir fah­ren abwech­selnd auf Rad­we­gen, auf Rad­strei­fen oder auf lang­wei­li­gen Land­stras­sen durch die hüge­li­ge Land­schaft. Soweit wir bis­her gese­hen haben ein idea­les Land für einen Rad­ur­laub. Im Gegen­satz zu den letz­ten Tagen sehen wir hier auch deut­lich mehr Rad­rei­sen­de mit Gepäck. Auch für eine wei­te­re Bevöl­ke­rungs­grup­pe ist das hier das idea­le Urlaubs­land: Bla­sen­schwa­che wer­den alle paar Kilo­me­ter eine sau­be­re und kos­ten­lo­se öffent­li­che Toi­let­te fin­den, sie rei­hen sich an der Küs­te wie die Glie­der einer Spül­ket­te aneinander.

Jetzt sind wir in Haders­lev, einer Stadt von angeb­lich gut 20.000 Einwohner*innen. Angeb­lich, denn zu sehen bekom­men wir davon nie­mand. Na gut, unser Ver­mie­ter ist natür­lich da und lässt die Räder in die Gara­ge zu den Motor­rä­dern. Hin und wie­der huscht in der Fuss­gän­ger­zo­ne jemand scheu um die Ecke und hin­ter dem Dom wird mit dem Flam­men­wer­fer dem Gras zwi­schen den Pflas­ter­stei­nen der Gar­aus gemacht. Aber sonst: die Geschäf­te schlies­sen zum Gross­teil um 17 Uhr, eben­so der Dom, Restau­rants oft schon um 21 Uhr, und Cafés sind uns in der Innen­stadt auch nicht vie­le auf­ge­fal­len. Wir kom­men uns vor wie in einem wirk­lich hüb­schen, gut orga­ni­sier­ten und töd­lich lang­wei­li­gen Kur­ort, gehen eine Stun­de frü­her Essen (sehr gut übri­gens) und machen dann noch eine Run­de um den klei­ne­ren See. Für den Rest des Abends haben wir uns im Super­markt ein paar däni­sche Craft-Bie­re der alko­hol­frei­en und leich­te­ren Sor­ten gekauft. Mor­gen sind wir dann turbo-erholt.

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    Flens­burg – Haders­lev Kommune

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