Tag 1: Ham­burg – Itzehoe

⌴ 78.9km ⋅ ◿ 442hm ⋅ ◺ 361hm ⋅ ⤓ -39m ⋅ ⤒ 52m ⋅ ☀︎ 18°C ⋅ ◷ 7:03:46 ⋅ Σ 78km

Wir waren geis­tig dar­auf vor­be­rei­tet erst gegen 10 Uhr oder 10 Uhr 30 in Ham­burg aus dem Zug zu stei­gen, doch der Zug war auf die Minu­te pünkt­lich in Ham­burg, wenn auch am Bahn­hof Ham­burg Har­burg, also am fal­schen Ende der Stadt. Damit aber ist unser Kon­tin­gent an Wun­dern für den heu­ti­gen Tag erschöpft. Na gut, der Kaf­fee irgend­wo bei den Fisch­hal­len war eigent­lich auch ziem­lich wun­der­bar, vor allem im ver­gleich zum Blüm­chen­kaf­fee im Nacht­zug. Gegen den bin ich aber die­ses Jahr gewapp­net, ich habe mir ein Bei­spiel an mei­nem Cou­sin genom­men und fet­te jetzt gna­den­los jeden Blüm­chen­kaf­fee mit Nes­ca­fé auf bis der Löf­fel drin ste­cken bleibt.

Noch vor dem guten Kaf­fee haben wir schon das ande­re High­light des heu­ti­gen Tages pas­siert: der alte Elb­tun­nel aus dem Jahr 1911 erspart und einen Umweg und eine nur stünd­lich ver­keh­ren­de Fäh­re. Wir fah­ren wie die Arbei­ter aus Metro­po­lis mit dem Lift in die Tie­fe, dann durch die Tun­nel­röh­re mit ihren Tier-Reli­efs (haupt­säch­lich Mee­res­ge­tier, aber irgend­wo gibt es angeb­lich auch ein Rat­ten-Reli­ef, das wir ver­passt haben) und auf der ande­ren Sei­te wie­der ans Tages­licht. Sehr inter­es­san­tes Gebäu­de, auch die tech­ni­sche Leis­tung dahin­ter ist beacht­lich, und wir waren ver­wun­dert, dass es erst seit gut 20 Jah­ren unter Denk­mal­schutz steht.

Weni­ge hun­dert Meter nach dem guten Kaf­fee beginnt der weni­ger schö­ne Teil der heu­ti­gen Tour: Auf ein­mal wird der Him­mel anthra­zit­grau und wir kön­nen uns gera­de noch ein einen Haus­ein­gang ret­ten, in dem wir dann die nächs­ten 20 Minu­ten ver­brin­gen bis der Regen fast so plötz­lich endet wie er begon­nen hat. Ins­ge­samt spie­len wir die­ses Spiel heu­te 5 Mal, dazwi­schen kommt sogar die Son­ne her­aus, der Him­mel leuch­tet blau und wirkt als könn­te er kein Wäs­ser­chen trü­ben, geschwei­ge denn auf uns her­ab­schüt­ten. Auf die­se Art brau­chen wir für 78 Kilo­me­ter brut­to 7.5 Stun­den, dan­ke, ich kann mir den Schnitt sel­ber aus­rech­nen. Beim letz­ten Guss, den wir unter dem Vor­dach einer Tank­stel­le über­dau­ern, reicht es uns dann. Auf die­se Art kom­men wir nicht wei­ter, wir stei­gen als es weni­ger wird aufs Rad. Und wer­den nass. Nass bedeu­tet hier bei 14 Grad eis­kal­te Fin­ger und Zehen, denn wir sind in die­sem Som­mer ande­re Tem­pe­ra­tu­ren gewöhnt. Hof­fen wir mal, dass die Sachen bis mor­gen in der Früh halb­wegs tro­cken sind.

Jetzt Itze­hoe, klei­ne Stadt mit rund 30.000 Einwohner*innen im Ham­bur­ger Speck­gür­tel. Von den Häu­sern in der Alt­stadt über die Ein­fa­mi­li­en­häu­ser am Stadt­rand bis zum Bahn­hof und Kir­che ist hier alles aus rotem Klin­ker, teil­wei­se sogar die Geh­stei­ge. Die Rad­we­ge sind dafür dann schwarz gepflas­tert, sonst wür­de man sie ja nicht sehen. Mit dem Rad gefah­ren wird hier nicht wenig, dafür aber viel mit dem E‑Bike (wer sich die Wind­kar­te ansieht, weiss war­um). Rad­weg-Infra­struk­tur ist gross­teils vor­han­den, auch auf Über­land­stre­cken, teil­wei­se aber in mäs­si­ger Qua­li­tät. Wir sind dazu über­ge­gan­gen die Benut­zungs­pflicht ein­fach zu igno­rie­ren und dort zu fah­ren, wo man kann, nicht dort, wo vor 30 Jah­ren eine Behör­de gemeint hat, dass man muss. Bis jetzt haben die Auto­fah­ren­den das akzep­tiert (fah­ren vie­le wohl sel­ber und ken­nen die gepflas­ter­ten Rum­pel­pis­ten aus eige­ner Erfah­rung). Wo war ich? Ach ja, Itze­hoe. Wir haben den hal­ben Nach­mit­tag im Hotel ver­pennt und dann ist natür­lich alles schon geschlos­sen, aber ein Spa­zier­gang durch die Stadt geht sich aus. Sehr hübsch, so ein rotes Städt­chen, und zugleich sehr grün. Das ist näm­lich ein gros­ses Plus an der Lage hier im Nor­den: es gibt hier Vor­gär­ten, Parks und Fel­der, die nicht aus­se­hen wie die Trockenblumengestecke.

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    Ham­burg – Itzehoe

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5 Kommentare zu „Tag 1: Ham­burg – Itzehoe“

  1. abso­lu­te Bewun­de­rung wel­che Stre­cken ihr immer fahrts.. ich schaff das nur mitn E‑Bike

    1. Ist ja auch abso­lut ok. Rad ist Rad 😁
      Und bei dem Wind heu­te wäre ein Motor viel­leicht auch ganz ange­nehm gewe­sen 🌬️🌬️🌬️

  2. @lechat supi! Itze­hoe ist bis vor ca. 25 Jah­ren mei­ne Home­town gewe­sen. Freut mich, das ihr da durch­ge­kom­men seid und ich bin auf den wei­te­ren Ver­lauf der Rei­se gespannt.

  3. Ardjan Besse

    Ihr wart in Ham­burg? Wir auch, aber nur mit den Zug, ohne Fahrräder.…
    Schö­ne Rei­se weiterhin!

    1. Es waren nur so ca. 3 Stun­den in Ham­burg, inklu­si­ve Kaf­fee. Reicht auch. Heu­er ist das Ziel eher das Land als die gro­ße Stadt.

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