Wien – Retz – Unterretzbach

⌴ 109.2km ⋅ ◿ 913hm ⋅ ◺ 825hm ⋅ ⤓ 151m ⋅ ⤒ 356m ⋅ ☀︎ 30°C ⋅ ◷ 6:33:48

Immer nur die glei­chen Stre­cken zu fah­ren ist auf die Dau­er lang­wei­lig, den­ken sich Gud­run Ben Nem­si und Had­schi Hal­ef Ulrich und trei­ben ihre Kame­le in durch die Wein­viert­ler Wüs­te, in der seit Men­schen­ge­den­ken kein Trop­fen Was­ser mehr vom Him­mel gefal­len ist. Es geht mal wie­der in Rich­tung Kreut­tal. Dort waren wir näm­lich schon län­ger nicht, und zwar schon ziem­lich län­ger, wie uns auf­fällt als wir hin­ter dem Pfer­de­hof wie­der aus Rit­zen­hof hin­aus­fah­ren. Bis­her war das eine Schot­ter­stre­cke, die wir nur bei guten Bedin­gun­gen genom­men haben, weil sie zum Mat­schi­gen ten­diert, aber irgend­wann seit dem letz­ten Jahr habens uns die doch tat­säch­lich asphal­tiert! Und auch gleich als Fahr­rad­stras­se aus­ge­schil­dert, wie man das neu­er­dings im Wein­vier­tel ger­ne macht. Sehr gut, wir kom­men dann im Win­ter wieder.

Auch zwi­schen Gross-Russ­bach und Hipp­les gibt es Neue­run­gen, bemer­ken wir. Die Berg­ab­pas­sa­ge hat ein 30er Limit und damit wir das auch ein­hal­ten, hat man die gesam­te Stras­se auf der gesam­ten Brei­te mit fie­sem Roll­splitt geschot­tert, den man farb­lich kaum vom dar­un­ter befind­li­chen Asphalt unter­schei­den kann. Viel­leicht hat die Stras­se auch wegen des Schot­ters einen 30er ver­passt bekom­men? Egal, das ist nichts, wo man das Rad ein­fach mal lau­fen lässt, aber gar so lang­sam wie der Ves­pa-Fah­rer vor uns muss man sich auch nicht ins Tal bremsen.

Hin­ter Ernst­brunn geht es noch den belieb­ten Hügel hin­auf, den, der wahr­schein­lich sogar in stock­fins­te­rer Nacht in der pral­len Son­ne liegt, und wo ein paar mage­re Bir­ken einen noch elen­de­ren Schat­ten wer­fen. Dann wie­der run­ter und dann sind wir ganz allein im Wein­vier­tel. Viel­leicht ist heu­te sowas wie ein inof­fi­zi­el­ler auto­frei­er Sams­tag oder sind alle irgend­wo im Frei­bad? Wir wun­dern uns, aber es stört uns ja auch nicht, wenn wir nicht dau­ernd über­holt wer­den. Läs­ti­ger ist schon, dass uns dann das Was­ser aus­geht und nicht nur die Stras­sen men­schen­leer sind son­dern auch die Ort­schaf­ten. Nie­mand, bei dem man sich auf die tra­di­tio­nel­le Gast­freund­schaft von Wüs­ten­völ­kern beru­fen und eine Fla­sche Was­ser aus dem Gar­ten­schlauch schnor­ren könn­te. Ein Fried­hof ret­tet uns und wir geben die Ret­tung gleich wei­ter an ein dar­ben­des Wüs­ten­volk in gelb-schwarz-gestreift. Wes­pen haben ja auch Durst im Som­mer. Was­ser kön­nen sie haben, aber das eis­kal­te Getränk aus dem Spar, das wir uns vor dem Zug noch kau­fen (in Unter­retz­bach gibt es nichts), tei­le ich nicht mit ihnen. Das ist ganz allein meins!

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