„Im grünen Wald von Mayerling / ein schöner Traum zu Ende ging. / Zwei Herzen liebten sich so sehr / und schlugen plötzlich nimmermehr.“ Wer es nicht kennt, geht jetzt bitte auf die Musikplattform der Wahl und sucht nach dem Lied, am besten in der total versoffenen Interpretation von André Heller und Helmut Qualtinger, aber auch die 0 Promille-Version von Ernst Molden/Der Nino aus Wien ist gut. Fertig gehört? Gut. Dort sind wir heute vorbeigekommen. In Mayerling, kleines Kaff im Wienerwald, das Jagdschloss ist noch im Jahr des royalen Mordes und Selbstmordes zum Kloster umgewidmet worden. Das Kaiserhaus hat versucht die Sache zu vertuschen, der erste grosse politische Skandal in Österreich, der die Yellow Press noch lange beschäftigt hat. Heute ist das Kloster noch immer ein Kloster, und es hat einen Parkplatz und ein Besucherzentrum, denn man kann sich einige der Räume anschauen, wenn man vor 17 Uhr dort ist.
Vor 17 Uhr sind wir natürlich nicht dort, wir brauchen ja schon mal eine Stunde um halbwegs aus Wien rauszukommen. Der Wiener Süden ist keine schöne Gegend für Radfahrer*innen, da ist mir das Weinviertel schon lieber, das hat keine A2, keine B17, keine endlosen Gewerbegebiete. Ab Guntramsdorf wird es aber richtig nett, dort beginnt die Radroute durch die Weinberge, Pfaffstätten und Gumpoldskirchen inklusive. In Baden geht es dann in den Wiener Wald, die Höhenmeter werden mehr, der Verkehr dafür immer weniger und nach Alland sind wir fast allein auf der Strasse. Am Wochenende ist hier mehr los, denn die Strecke über Laaben und Brand ist bei Motorradfahrenden beliebt. Verstehen wir, die wissen schon, was nett ist, vor allem die Abfahrt.
Noch ein paar Hügel und fertig ist die Alpenüberquerung als After-Work-Ausfahrt. Ja, ist wirklich so: Der Wienerwald ist der letzte Ausläufer der Ostalpen, wir können da auch nichts dafür.
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