Tag 3: Veszprém – Mar­ton­vá­sár & Budapest

⌴ 108.5km ⋅ ◿ 636hm ⋅ ◺ 759hm ⋅ ⤓ 102m ⋅ ⤒ 314m ⋅ ☀︎ 28°C ⋅ ◷ 7:05:02 ⋅ Σ 358km

Vom MIt­tel­al­ter bis zur Mit­te des 20. Jahr­hun­derts reicht die Kon­ti­nui­tät eini­ger hoch­ade­li­ger Fami­li­en in Ungarn. Krie­ge gegen die Osma­nen, Auf­stän­de, das oft gespann­te Ver­hält­nis zum Haus Habs­burg, Reli­gi­ons­kon­flik­te, Revo­lu­tio­nen konn­ten dem Adeln nichts anha­ben, erst die Kom­mu­nis­ten sorg­ten für sei­ne Abschaf­fung. Emi­gra­ti­on in den Wes­ten war die Fol­ge, doch ihre Schlös­ser und Land­sit­ze konn­ten die Fami­li­en dabei natür­lich nicht mit­neh­men, die blie­ben an Ort und Stel­le und stell­ten die neu­en Besit­zer vor das Pro­blem, was man mit solch einem alten Kas­ten denn anfan­gen könn­te. Ein sol­cher alter Kas­ten ist das Schloss der Fami­lie Nádas­dy, an dem wir heu­te vor­bei­ge­fah­ren sind. Der Umweg von der geplan­ten Rou­te ist mini­mal, also bie­gen wir kurz ab und umrun­den den neu­go­ti­schen Bau im Eng­li­schen Gar­ten. Letz­te­rem hat die Juni-Hit­ze und Tro­cken­heit ziem­lich zuge­setzt, die unga­ri­sche Step­pe ist halt ein­fach kein Habi­tat für einen eng­li­schen Rasen. Man kann im Park spa­zie­ren gehen, wei­ter hin­ten soll es sogar einen Was­ser­fall geben, oder gegen Ein­tritt das Schloss besich­ti­gen. Das ist es näm­lich, was nach Jahr­zehn­ten des Ver­falls und einer auf­wän­di­gen Restau­rie­rung schluss­end­lich dar­aus gewor­den ist: eine belieb­te Tou­ris­ten­at­trak­ti­on in der Gegend um Székesfehérvár.

Eng­li­scher Rasen wächst in die­ser Gegend also nicht, dafür aber Wein und alle mög­li­chen Sor­ten Getrei­de. Irgend­wo ganz hin­ten in Ungarn wer­den auch Was­ser­me­lo­nen pro­du­ziert, aber nicht hier, wo wir heu­te unter­wegs sind, hier wer­den sie nur immer wie­der am Stras­sen­rand ver­kauft. Ste­hen­blei­ben, ein wenig auf den grü­nen Plut­zern rum­klop­fen um das reifs­te Exem­plar zu fin­den, Melo­ne ins Auto ver­la­den – Som­mer-Klas­si­ker. Lei­der nicht für uns, denn ver­kauft wird im Ganzen. 

Also müs­sen wir ohne Melo­ne durch die Step­pe rei­ten, eine Step­pe, die durch den Wind noch tro­cke­ner geföhnt wird als sie ohne­hin schon ist. Ein Gut­teil der heu­ti­gen Stre­cke folgt übri­gens dem Euro­Ve­lo 14 „Waters of Cen­tral Euro­pe“. Oh, the iro­ny! In Mar­ton­vá­sár neh­men wir dann eine Art REX, weil sich der Rest der Stre­cke zeit­lich nicht mehr aus­ge­gan­gen wäre, und fin­den erst im Zug her­aus, dass wir auch in die­sem Ort ein neu-goti­sches Schloss besich­ti­gen hät­ten kön­nen. Hier war der Sitz der Fami­lie Brunszvik. Zwei der Töch­ter der Fami­lie waren nicht nur Zeit­ge­nos­sin­nen Beet­ho­vens, son­dern auch sei­ne Kla­vier­schü­le­rin­nen und eine, The­re­se, die Wid­mungs­trä­ge­rin der „Appas­sio­na­ta“ Sona­te. Viel­leicht war eine der bei­den auch die „unsterb­li­che Gelieb­te“, wird ver­mu­tet. Grund genug das Schloss zum Beet­ho­ven-Muse­um zu machen, auch wenn er es nie in neu-gotisch gese­hen hat, Grund genug auch für uns für einen klei­nen Umweg. Doch dazu hät­ten wir mehr wis­sen müs­sen und nicht gleich in den Zug nach Buda­pest steigen.

Die Fotos

Die Stre­cken

Bewe­ge die Maus über einen Track oder wäh­le einen im Con­trol Panel aus …

Track Down­loads
    Veszprém – Mar­ton­vá­sár
    Buda­pest – Budapest

Fediverse reactions


5 Kommentare zu „Tag 3: Veszprém – Mar­ton­vá­sár & Budapest“

  1. Hal­lo !
    Frü­her hat­tet ihr bei den Bil­dern noch die Vari­an­te „klick macht groß“, jetzt lei­der nicht mehr.
    Ich würd‘ mir die Bil­der ja ger­ne in groß anschau­en und geis­tig (oder auch am Papier) sortieren
    – da war ich auch schon, da sollte/will ich auch hin…
    Und dan­ke für die infor­ma­ti­ven Geschich­ten immer!
    LG, Rudi

    1. Also bei mir geht „klick macht groß“. Viel­leicht mag der Brow­ser nicht oder es ist eine java­script-blo­cker aktiv?
      lG Ulrich

  2. Und noch eine Fra­ge: Was ist das für ein Galerie-Plugin?
    Danke

  3. Jetzt geht „klick macht gross“ auch wieder (???)
    und Meow hab ich (auch) schon gefunden…
    Dan­ke + LG Rudi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert