Tag 2: Bük – Ajka & Veszprém

⌴ 105.7km ⋅ ◿ 698hm ⋅ ◺ 607hm ⋅ ⤓ 125m ⋅ ⤒ 333m ⋅ ☀︎ 26°C ⋅ ◷ 5:46:42 ⋅ Σ 250km

Wer von Wien aus eine Wall­fahrt nach Maria­zell unter­neh­men will, hat meh­re­re Optio­nen: man kann reich­lich Höhen­me­ter sam­meln, z.B. über St. Pöl­ten und den Trai­sen­rad­weg, oder sich auf dem Weg nach Klein-Maria­zell den Wie­ner­wald mit den Motorradfahrer*innen tei­len. Oder man fährt nach Süd­os­ten auf einer brett­le­be­nen Stre­cke in etwa genau­so weit, in ein ande­res Klein­ma­ria­zell, auf unga­risch Cell­döm­ölk. Für deut­lich weni­ger Anstren­gung wird dann aber auch weni­ger gebo­ten: kei­ne Gotik, nur Barock, und der ist nicht von Fischer von Erlach, kei­ne Andenken­stän­de im Dut­zend vor der Basi­li­ka, kei­ne Schnee­ku­geln und Ski­ge­biet ist das hier auch eher kei­nes. Auch die Fra­ge, wo sich mehr unga­ri­sche Pilger*innen auf­hal­ten ist schnell geklärt: ein­deu­tig in der Stei­er­mark, hier in Cell­döm­ölk ist gera­de kei­ne Wall­fahrt und ohne die fin­den heu­te Mit­tag gera­de mal 3 älte­re Damen den Weg in die Kir­che. Aber immer­hin: eine Glo­cken­ma­don­na hat man, unter­ge­bracht in einer Kapel­le im Kir­chen­in­ne­ren, die uns irgend­wie an eine Gara­ge erin­nert. Gegen­über der Kir­che befin­det sich ein Coop, der das eigent­li­che Ziel unse­res Auf­ent­halts in der Stadt ist, hier gibt es Brot und Käse. Wer die Stadt Cell­döm­ölk besu­chen oder aus ihr flüch­ten möch­te, kann das mit dem Zug sehr ein­fach tun, man ist hier im Gegen­satz zum stei­ri­schen „gros­sen“ Maria­zell sehr gut an die Eisen­bahn angebunden.

Wir neh­men kei­nen Zug son­dern eine der zahl­rei­chen Land­stras­sen der noch recht fla­chen Gegend. Es geht in Rich­tung Bala­ton und irgend­wann wird es hüge­li­ger. Kurz vor Ajka pau­sie­ren wir an einer Tank­stel­le und fra­gen uns, was uns der Name der Stadt sagen will. Da klin­gelt doch irgend­was gan­ze hin­ten im Hin­ter­kopf! Rich­tig, die Rot­schlamm-Kata­stro­phe war hier, erin­nert uns die Wiki­pe­dia: im Jahr 2010 hat ein Damm­bruch beim Alu­mi­ni­um­werk in der Gegend zum Aus­tritt von ca. 1 Mil­li­on Kubik­me­ter gif­ti­gen Abfalls aus der Alu­mi­ni­um­pro­duk­ti­on geführt, die Umwelt­ka­ta­stro­phe war damals in allen Medi­en. Ob die damals betrof­fe­nen Gebie­te inzwi­schen wie­der bewohn­bar sind?

Wir fah­ren durch die Stadt und den Hügel hin­auf wie­der hin­aus. Hier rächen sich die schlaf-armen Hit­ze-Wochen plötz­lich: mein Kreis­lauf macht schlapp, wir dre­hen nach weni­gen Kilo­me­tern um, denn es gibt zwi­schen Ajka und Veszprém auch eine Eisen­bahn­ver­bin­dung und wir haben sogar Glück, denn der Zug, den wir nach Fahr­plan knapp ver­pas­sen wür­den, hat Ver­spä­tung. Die Muse­ums­lok auf dem Kreis­ver­kehr vor dem Bahn­hof bleibt daher unfo­to­gra­fiert, wir schaf­fen es mit einem Sprint gera­de noch in den Zug.

Veszprém kommt in die Lis­te der hüb­schen unga­ri­schen Städ­te, das sehen wir auf den ers­ten Blick. Viel mehr sehen wir bei Tages­licht dann lei­der nicht, denn der Kreis­lauf ver­langt nach einem aus­ge­dehn­ten Nicker­chen und dann ist schon Zeit fürs Abend­essen. Ein paar Fotos gehen sich aus, aber eine aus­ge­dehn­te­re Besich­ti­gungs­tour muss auf ein ande­res Mal war­ten. Jetzt, wo nicht mehr Kul­tur­haupt­stadt ist, kriegt man hier in der Stadt ja sogar erschwing­li­che Zim­mer und Platz im Gastgarten.

Die Fotos

Die Stre­cken

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Track Down­loads
    Bük – Ajka
    Veszprém – Veszprém

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