Wien – Győr

⌴ 142.1km ⋅ ◿ 539hm ⋅ ◺ 569hm ⋅ ⤓ 107m ⋅ ⤒ 181m ⋅ ☀︎ 23°C ⋅ ◷ 7:39:32

Der Tag beginnt mit einer guten Tat, began­gen irgend­wo zwi­schen Orth an der Donau und Eck­art­sau. Drei jun­ge Frau­en kom­men uns zu Fuss ent­ge­gen, ihre Fahr­rä­der schie­bend: Plat­ten. Da kön­nen wir hel­fen. Das Loch im Schlauch ist schnell gefun­den und für schlecht repa­ra­bel erklärt (gleich neben dem Ven­til, wo die Patches so schlecht hal­ten), also krie­gen sie einen neu­en aus unse­rem Not­fall­pa­ket. Damit ist der Freun­din­nen-Rad­aus­flug nach Bra­tis­la­va geret­tet und wir wer­den mit Dan­kes­wor­ten über­schüt­tet. Hof­fent­lich hat der neue Schlauch gehal­ten, ein 28–32er Schlauch in einem 35 mm Rei­fen ist ja schon etwas aus­ser­halb der Spe­zi­fi­ka­ti­on, aber wir haben halt nichts ande­res mit.

Mit dem Gefühl der guten Tat und etwas Rücken­wind segeln wir nach Győr, heu­te mal nicht auf dem übli­chen Rad­weg, son­dern über Raj­ka und die Dör­fer im Dazwi­schen zwi­schen Donau­haupt­strom und Moson-Donau, für das wir den Namen „Intrad­a­nu­bi­en“ wohl nicht eta­blie­ren wer­den. Auf Deutsch heisst das Gebiet „Klei­ne Schütt­in­sel“, auf Unga­risch „Szi­get­köz“. Nor­ma­ler­wei­se sind wir am süd­li­chen Rand unter­wegs, heu­te mal etwas anders durch eine Land­schaft, die abwech­selnd an das March­feld und an die Donau-Auen vor Hain­burg erin­nert. Noch ist hier wenig los, aber im Som­mer dürf­te das ein belieb­tes Feri­en­ziel sein, Cam­ping­plät­ze gibt es reich­lich und Kay­ak­ver­lei­he auch. Sehr hüb­sche Alter­na­tiv­rou­te, nur dem knap­pen Kilo­me­ter Fried­hofs­schot­ter müs­sen wir beim nächs­ten Mal doch ausweichen.

In Győr ist heu­te „Sör Fesz­ti­vál“, Bier­fes­ti­val, auf dem Platz neben der Donau. Bier­fest heisst gesun­des, aus­ge­wo­ge­nes Essen als Unter­la­ge: Sau­er­rahm und Käse auf Lán­gos, Rind­fleisch- oder Hüh­ner-Ein­topf auf Lán­gos, Gyros auf Lan­gos und für die weni­ger Expe­ri­men­tier­freu­di­gen Grill­wurst oder Bur­ger (ob es die auch auf Lán­gos gibt, habe ich nicht eru­iert). Dazu iso­to­ni­sche Geträn­ke: Lager, Wei­zen, IPA und erstaun­lich vie­le Frucht­bie­re, unter denen wir tat­säch­lich ein ange­nehm säu­er­lich-fri­sches Kirsch­bier fin­den, das uns sehr zusagt. Der Wein­stand wirkt etwas depla­ziert und wird von den Besucher*innen kon­se­quent igno­riert, Apé­rol Spritz hin­ge­gen sieht man öfter und ganz klei­ne Plas­tik­be­cher mit einer kla­ren Flüs­sig­keit drin wer­den mit der Zeit auch immer häu­fi­ger. Über­haupt die Plas­tik­be­cher: vor eini­gen Jah­ren waren wir schon mal auf dem Fest und damals gab es nur Bier-Kost­glä­ser aus Glas, die man für wenig Geld erwer­ben konn­te um sie dann zu behal­ten. Von damals haben wir noch immer zwei, die haben erstaun­li­cher­wei­se die Zug­fahrt über­stan­den. Heu­te ist das Fest mehr Volks­fest mit Live-Musik als Bier­ver­kos­tung und kon­se­quen­ter­wei­se gibt es anstel­le der Glä­ser Weg­werf­be­cher, scha­de, wenigs­tens ein Pfand­sys­tem hät­te man sich neh­men kön­nen. Das Fest geht näm­lich über 4 Tage, da kommt eine Unmen­ge an Müll zusammen.

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